Warum Amerikaner „Habibi“ googeln: Rede des ersten muslimischen Senators
Abdul El-Sayed hat Michigan gewonnen und wird der erste Muslim im US-Senat. Ein Wort in seiner Siegesrede ließ die Google-Suchen nach „Habibi“ explodieren.

Am Wahlabend googeln Amerikaner normalerweise die Ergebnisse. Diesmal kam ein arabisches Wort dazu: „Habibi“.
Hinter dem Anstieg steckt Abdul El-Sayed, ein Demokrat, der am 3. November 2026 das Senatsrennen in Michigan gewonnen hat. Er wird der erste Muslim im US-Senat sein.
Was ist passiert?
El-Sayed, ein Arzt vom linken Flügel seiner Partei, schlug Mike Rogers, einen früheren republikanischen Kongressabgeordneten und Ex-FBI-Agenten, der von Donald Trump unterstützt wurde. Das Rennen war sehr knapp.
Vor Hunderten Anhängern in seinem Wahlkampfhauptquartier in Detroit sagte er, er sei „so stolz und geehrt“. Dann wandte er sich an Vizepräsident JD Vance, der ihn im Wahlkampf wegen seines Namens und seines Glaubens angegriffen hatte.
„JD! Habibi! Es hat eine köstliche Ironie, dass du von Verfassung wegen verpflichtet bist, mich im Januar zu vereidigen“, sagte er lächelnd.
Auch für Trump hatte er einen Satz: „Donald, ich weiß, dass du dich mit meinem Namen schwertust. Wenn JD mich im Januar vereidigt hat, kannst du mich also Senator nennen.“
Was bedeutet „Habibi“ eigentlich?
Es ist ein liebevolles arabisches Wort. Zwischen Partnern kann es „mein Schatz“ heißen. In der Familie und unter engen Freunden bedeutet es eher „mein Lieber“ oder „mein Freund“.
Laut Google stiegen die Suchen innerhalb weniger Stunden um 800 %. Bis Donnerstag, den 5. November, lagen sie 2.900 % über der Vorwoche. Die Leute tippten etwa „meaning habibi“ und „habibi in arabic“, vor allem in Michigan und in Ohio, Vances Heimatstaat.
Warum war der Seitenhieb so spitz?
Die Neckerei ist die Antwort auf monatelange Angriffe. Vance und Trump hatten El-Sayed „sehr, sehr böse“, einen „Dschihadisten“ und einen „gewalttätigen Terroristen“ genannt.
Außerdem kursiert wieder ein Video von Ende Oktober. Bei einer Veranstaltung im ländlichen Michigan forderte ein Mann namens Tommy ihn auf, die Muslimbruderschaft zu verurteilen, eine 1928 in Ägypten gegründete Bewegung. El-Sayeds Vater stammt aus Ägypten. El-Sayed antwortete mit einem Verweis auf Religionsfreiheit und Islamfeindlichkeit und zitierte John F. Kennedy, den ersten katholischen Präsidenten: Er sei nicht „der katholische Kandidat“, sondern der Kandidat der Demokratischen Partei, der zufällig katholisch sei.
Wie geht es weiter?
El-Sayed zieht im Januar in den Senat ein, vereidigt von genau dem Vizepräsidenten, den er gerade „Habibi“ genannt hat.
Der Verlauf
Abdul El-Sayeds Senatssieg in Michigan · 2 Ereignisse
Was vor und nach dieser Meldung passiert ist. Noch nicht beschriebene Hintergrund-Ereignisse hat eine KI zusammengefasst.



