Gen-Z-Proteste am 31. Oktober: Was du über die Demos wissen musst
Am Samstag will „Gen Z regelt“ in 28 Städten auf die Straße gehen. Es geht um Lebenshaltungskosten und Wehrdienst, aber Organisation und Sicherheit werfen Fragen auf.

In Frankreich fing es an, jetzt kommen die Jugendproteste nach Deutschland. Die Initiative „Gen Z regelt“ ruft für Samstag, den 31. Oktober, ab 14 Uhr zu Demos in rund 30 Städten auf.
Bis Mittwoch hatten sich etwa 144.500 Menschen als Teilnehmende markiert. Worum geht es genau?
Was wollen sie?
Die Initiative versteht sich als unabhängiges, überparteiliches Bündnis junger Menschen. Sie fordert Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben. Gleichzeitig ist sie gegen Wehrpflicht und Sparpolitik.
Ihr Argument: Kürzungen im Haushalt treffen vor allem Junge, große Konzerne profitieren weiter, und Milliarden fließen ins Militär. Besonders kritisch sehen sie die Wehrdienst-Änderungen und die verpflichtende Musterung samt medizinischem Check für junge Männer. „Wir sollen für Kriege ausgebildet werden, bei denen wir nie mitreden durften“, heißt es.
Wirbel um die Organisation
Laut Tagesspiegel scheint das Berliner Organisationsteam zerfallen zu sein. Für die Kundgebung am Brandenburger Tor fehlten Bühne, Ordner und Rednerliste. Ehemalige Mitglieder stellen außerdem den Umgang mit Spenden infrage: Über GoFundMe kamen mehr als 11.000 Euro zusammen.
Der Bundesschülerausschuss ging wegen „intransparenter Organisationsstrukturen“ auf Distanz. Geplant sind Demos in 28 Städten. In München, Berlin, Köln, Hamburg und Frankfurt organisiert Gen Z regelt selbst, anderswo helfen Partnergruppen.
Wie friedlich wird es?
Die Veranstalter lehnen Gewalt klar ab. Trotzdem kursieren in Telegram-Gruppen Aufrufe zu Gewalt. In Frankreich gab es bei weitgehend friedlichen Protesten Plünderungen und Sachschäden.
Das Bundesinnenministerium betont, man müsse zwischen „friedlichen Schülerprotesten“ und einer „gewaltbereiten extremistischen Szene“ unterscheiden. CDU-Mann Marc Henrichmann spricht von einem internationalen linksextremen Netzwerk. Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann sagt, junge Menschen hätten das Recht, friedlich für ihre Zukunft zu demonstrieren.
Und jetzt?
Bund und Länder stimmen sich eng ab, auch über das GETZ (Gemeinsames Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum). Der Verfassungsschutz beobachtet Online-Kanäle stärker. Tausende Polizisten sind im Einsatz.
Die Gewerkschaft DPolG weist darauf hin, dass der Tag auf Halloween fällt. Das erschwert etwa die Durchsetzung des Vermummungsverbots.



