Führerschein soll günstiger werden: Das beschließt der Bundestag
Im Schnitt kostet der Führerschein rund 3.400 Euro. Der Bundestag hat den ersten Teil der Reform beschlossen, Minister Bilger spricht von bis zu 1.000 Euro Ersparnis.

Der Führerschein der Klasse B reißt ein ordentliches Loch ins Portemonnaie. Der Bundestag hat jetzt mit den Stimmen von Union und SPD den ersten Teil einer Reform beschlossen, die das ändern soll. Das kommt auf dich zu:
1. Im Schnitt rund 3.400 Euro
Laut Bundesverkehrsministerium kostet der Führerschein derzeit durchschnittlich etwa 3.400 Euro. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stiegen die Kosten 2024 um 5,8 Prozent. Die Verbraucherpreise insgesamt legten im selben Zeitraum nur um 2,2 Prozent zu.
2. Bilger: bis zu 1.000 Euro sparen
Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sagte, Fahrschüler könnten mehrere hundert Euro sparen, im besten Fall bis zu 1.000 Euro. Einen Pauschalpreis gibt es aber nicht. Die Fahrschulen legen ihre Preise weiter selbst fest.
3. Keine Präsenzpflicht mehr im Theorieunterricht
Fahrschulen können mehr digitalen Unterricht anbieten, auch über Apps. Vorgaben zu Schulungsräumen und zur Reihenfolge der Lehrinhalte fallen weg.
4. Die Theorieprüfung wird einfacher gestrickt
Der Fragenkatalog soll kleiner werden. Jede Frage zählt künftig einen Punkt, bisher gab es zwei bis fünf Fehlerpunkte pro Frage. Sicherheitsrelevante Fragen dürfen laut Ministerium trotzdem nicht falsch beantwortet werden.
5. Die feste Zahl von zwölf Sonderfahrten fällt
Bei den 45-minütigen Sonderfahrten, etwa bei Dunkelheit oder auf der Autobahn, entfällt die Vorgabe von insgesamt zwölf. Die Fahrschulen planen die Stunden nach den Fähigkeiten der Fahrschüler.
6. Üben mit Eltern oder Großeltern
Nach dem Vorbild von Luxemburg und Österreich kommt die sogenannte Laienausbildung. Du kannst dann mit einer nahestehenden Person üben. Voraussetzung sind die bestandene Theorieprüfung und sechs praktische Fahrstunden. Mindestalter, maximale Punkte in Flensburg und Dauer des Führerscheinbesitzes der Begleitperson stehen noch nicht im Gesetzentwurf. Ein Eckpunktepapier vom Februar nannte höchstens einen Punkt und sieben Jahre Führerschein. Die Länder dürfen das fünf Jahre lang ausprobieren.
7. Preise und Erfolgsquoten kommen ins Netz
Fahrschulen zu vergleichen ist bisher schwer, weil es so viele Preisbestandteile gibt, von der Grundgebühr bis zum Lernmaterial. Künftig sollen Preise und Erfolgsquoten aller Fahrschulen online stehen. Die Gebühren für die Prüfungen bei TÜV oder DEKRA sind gesetzlich festgelegt.
Als Nächstes muss noch der Bundesrat (die Länderkammer) zustimmen. Die neuen Regeln sollen möglichst Anfang 2027 gelten.



